Ilsfelder Ferienprogramm 2004

Ein Abenteuerbericht

"Bei Robin Hood im Schozach Forrest"

 

Schon Wochen vorher wurde geplant und vorbereitet, und Tage vorher waren dann viele Personen

eifrig am werkeln. Dann kurz vor Beginn: - die Wetterfrage, kann es stattfinden? - wird es

regenen? -was ist bei Gewitter? - Ist so ein Aufwand für eine Übernachtung überhaupt nötig???

Der Beschluss: Verschieben geht nicht, später sind die meisten in Urlaub.

Abgesagt wird nur bei Gewitter und/ oder Sturm.

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Freitag 20. August 2004 um 18.00 Uhr war Treffpunkt unter der Linde in Schozach.

Mit Liste und Namensschildern ausgestattet wurde festgestellt, wer alles mit Robin in den Schozach

Forrest geht. Es waren insgesamt 23 Kinder, die sich von ihren Eltern verabschiedeten, um

Abenteuer zu erleben.

Nach einem ersten Lied auf die schöne Ferienzeit (na na na na na) war erst einmal Ratlosigkeit

vorhanden: Robin langweilte sich, er wollte irgend etwas aufregendes mit den Kindern

unternehmen, aber irgendwie war nichts los – bis – ja bis zum Stichwort „Ich höre da etwas".

Ein Pfeil mit orangener Markierung flog in die Linde. Ein wagemutiger Kletterer musste den Pfeil

erst aus großer Höhe bergen. Es war eine wichtige Nachricht vom Südposten. Ich denke allen war

klar, da müssen wir hin, und fragen was da los ist. Doch zuvor nochmals die Frage, „Wollt ihr denn

alle mit?". Alle wollten, und so wurde nochmals durchgezählt, es waren immer noch 23 Kinder.

Und schon kam die bange Frage: „ Wir müssen doch nicht zwei und zwei weiterlaufen?" Es hat sich

gezeigt, dass das nicht nötig war, die Kinder waren tolle Mitspieler.

Den nächsten Teil kenne ich leider nur vom Hörensagen: Es musste ein Abhang im Wald

überwunden werden, ein Bach wurde auf einem Baumstamm überquert .Bruder Tuck, der dort sein

sollte, musste wohl eingeschlafen sein („Das kann gut sein, das ist mein Papa!"), und erwartete die

Kinder erst später im Lager.

Vorsichtshalber wurde am Bach beim Baumstamm zuerst einmal ein Sicherungsseil gespannt – für

die kleinen Kinder.

P.S. Niemand ist in den Bach gefallen.

Dann, bei den Walnussbäumen wurde ausprobiert, was Räuber und Sammler so tun.

Schließlich kamen alle an der alten Postkutschenstation an, wo auch ich: Späher und Baumkletterer

schon ausgekundschaftet hatte, dass keine Leute vom Scheriff in der Nähe waren; vor allem nicht

Sir Guy von Guisborne, ein rücksichtsloser Gefolgsmann des Sheriffs.

Leider hatte niemand genug Geld dabei. Durstig wie wir alle waren, konnten wir die Wirtin

glücklicherweise überzeugen, uns trotzdem etwas zu trinken zu geben (sagt es nicht weiter, sie steht

auf der Seite von Robin vom Schozach Forrest – nicht auf der Seite vom Scheriff von Nottingham).

Ich denke sie und die anderen Gäste haben sich gefreut, über unser kleines Lied von der Ferienzeit;

und darüber, dass im Schozach Forrest eine Gruppe von Menschen unterwegs ist, den Armen zu

helfen, und gemeinsam etwas zu erleben. (Ihr wisst doch alle hoffentlich, dass Robin vom Schozach

Forrest ein Freund der Armen ist).

So blieben arme Radfahrer und Wanderer unbehelligt, nur reiche Leute wie wohlhabende Händler

(Tuchhändler) und Eigentümer von Pferd und Wagen mussten sich fürchten.

Es ging weiter zum Lager. Dabei musste noch verhindert werden, dass der Schozach Forrest in

Brand gerät. Alle Kinder halfen mit den vorhandenen Möglichkeiten (leider nur alte Behältnisse mit

Löchern) mit, einen Brand zu verhindern und konnten das Feuer löschen.

Endlich im Lager angekommen trafen wir auch Bruder Tuck. Der war auf so viele Gäste nicht

vorbereitet, und auch der letzte Besuch beim Metzger Maier war erfolglos geblieben, da ein anderer

(es muss wohl der Scheriff von Nottignham gewesen sein, oder auch vielleicht Sir Guy) alle Würste

bereits weggekauft hatte. Lediglich Brot war im Lager vorhanden.

Nun war auch klar, was die wichtige Nachricht zu bedeuten hatte. Sir Guy als Vertreter des

Scheriffs selber, wollte den Schozach Forrest durchqueren. Es könnte sich also lohnen sich auf die

Lauer zu legen.

Doch zuvor musste erst einmal abgesprochen werden, wie so eine Aktion überhaupt durchgeführt

werden könnte. Es kamen zuerst die üblichen Vorschläge (muss an dieser Stelle nicht wiederholt

werden). Viel wirkungsvoller erwies sich die Methode von Robin: Alle verstecken sich im Gebüsch,

und Robin alleine hält vielversprechende Reisende an; erst wenn er alleine nicht überzeugend genug

nach Beute verlangen kann, erscheint auf sein Zeichen hin die Verstärkung aus dem Gebüsch.

Und es hat sich gezeigt, dass alleine das Sichtbarwerden der Verstärkung und der entschlossene

Blick sehr überzeugend sein kann. (Überzeugt hat auch ein weiteres Argument: geschieht keinem

ein Leid – auch nicht aus versehen- ist die Bereitschaft nächstes mal wieder mitzuspielen viel

größer.)

So kam dann tatsächlich auch der Tuchhändler Michael seines Wegs. Und obwohl er eine große

Truhe dabei hatte, war von ihm nichts wertvolles zu erhalten. Nein er selber war so arm, dass Robin

ihn zum Essen (das wir jedoch noch nicht hatten) ins Lager einlud. Begleitet von 3 Kindern – zur

Sicherheit – zog Tuchhändler Michael ab ins Lager.

Wieder war warten angesagt. Und weil kein Scheriff erschien, wurde ich zum Spähen ausgeschickt.

Ich traf die Kutsche des Guy von Guisborne auf dem Wege, und bat um Mitnahme. Sir Guy jedoch

hatte kein Mitleid mit einem müden Wanderer, nur durch die Fürsprache der Prinzessin, die mit des

Weges war, durfte ich dann doch mitfahren.

Als Robin die Kutsche anhielt, und mit Hilfe der Verstärkung durch die Kinder die mitgeführte

Schatztruhe entdeckte, waren wir gerettet. Die Schatztruhe enthielt eine nicht unerhebliche Anzahl

von Bratwürsten, viel zu viele für die wenigen Leute des Scheriffs. Aber, wohltätig wie Robin

immer wieder ist, bot er Sir Guy und seinen Leuten an, am Essen teilzuhaben, was diese jedoch

entschieden ablehnten und entschlossen das Weite suchten. Nur die Prinzessin begleitete uns zum

Lager, wir verzichteten jedoch, ob ihrer schönen Augen, auf weitere Lösegeldforderungen und ein

Gefolgsmann Robins geleitete sie nach dem Essen sicher nach Hause zurück.

Währenddessen waren auch Spielleut und Feuerschlucker im Schozach Forrest gesichtet worden

und von Markus zum Lager geführt worden. Es hatte sich also eine beträchtliche Menge Volk im

Lager eingefunden. Bruder Tuck waltete seines Amtes und versorgte alle hungrigen Mäuler mit

Essen. Dabei war es dunkel geworden, und die Feuerschlucker gaben eine gelungene Vorstellung

zum Besten. Eine nicht ganz ungefährliche Sache, da inzwischen Wind aufgekommen war. Nicht zu

früh waren die Feuerschlucker fertig, als es auch schon zu regnen anfing.

„Alles in die Zelte!" lautete nun die Parole. Und als wir alle uns schon darauf einstellten bei dem

Wetter früh schlafen zu gehen, hörte der Regen auf, und wir konnten um ein schönes großes (dank

der gigantischen Brennholzfuhre eines Gönners) Lagerfeuer herum noch sitzen und singen und den

Sternenhimmel genießen.

11 Mutige liefen dann in der Dunkelheit zur Nachtwanderung los, kamen aber relativ bald wieder

zum Lagerfeuer zurück.

Die ersten müden zogen sich in ihre Schlafsäcke zurück, und nach und nach wurde die Runde um

das Lagerfeuer kleiner.

Am nächsten Morgen stand da dann eine müde und zerknitterte Bande. Es kamen Fragen wie „Hast

du mit dem Hut geschlafen?" oder „Ich habe Hunger, wann gibt es Frühstück?".

Frühstück! Eine gute Frage. Die Würste waren leergegessen, und so recht hatte niemand Lust

nochmals auf die Lauer zu liegen, ob da wohl noch jemand des Weges käme.

Nur vom Saft des Apfels und dem guten Wasser war noch genügend vorhanden. Jemand hatte eine

Kaffeemaschine um eine Kanne Kaffe erleichtert, und auch ein großes Glas Nutella tauchte auf.

Auch wenn es sich so manches Kind des öfteren gewünscht hatte: nur Nutella zum Frühstück! -

Es war nicht wirklich genug.

Wie erfreulich, als unverhofft eine weitere Gönnerin Robins mit ihrem Leiterwagen vorbeischaute,

und uns freimütig frische Brötchen, Butter, Marmelade, heißen Tee und kalte Milch vorbeibrachte.

Mit ein wenig Verspätung brachte Robin dann alle Kinder zur Linde in Schozach zurück, wo sie

schon von ihren Eltern erwartet wurden.

Jedes Kind erhielt noch einen Golddukaten aus der Börse des vermeindlich so armen Tuchhändlers,

und der Tuchhändler seine (noch nicht einmal leere) Börse zurück.

Ein letztes gemeinsames Lied, ...... und tschüss..........

Petra vom Schozach Forrest

 

P.S. Dieser Bericht erhebt nicht den Anspruch auf Vollständigkeit,

DOGESCHnO Schozach e.V. bedankt sich bei allen Helfern und Helferinnen, Spendern und Teilnehmern.............
ich bin jetzt viel zu müde um all die vielen vielen persönlich aufzuzählen

vielleicht das nächste mal ......(tssss – tssss – tssss...)